Daily News Digest - 2025-11-08
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🤖 Künstliche Intelligenz & Automatisierung
Die geopolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für künstliche Intelligenz sind weiterhin in Bewegung. So hat die US-Regierung den Verkauf von Nvidias B30A-Chips nach China untersagt, was die technologischen Handelsbeschränkungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärft (1). Währenddessen plant die EU-Kommission offenbar eine Aufweichung ihrer KI-Verordnung, indem sie Umsetzungsfristen verlängert und Vorschriften für den Mittelstand lockert (2). In den USA selbst lehnen sowohl Regierungsberater als auch OpenAI eine mögliche staatliche Rettungsaktion für strauchelnde KI-Unternehmen ab und betonen, dass Steuerzahler nicht für unternehmerische Fehlentscheidungen haften sollten (3, 4).
Gleichzeitig schreitet die Integration von KI in Produkte und Dienstleistungen unaufhaltsam voran. Amazon und BMW haben eine Partnerschaft bekannt gegeben, um mit „Alexa+” einen neuen, auf LLMs basierenden KI-Assistenten in Fahrzeuge zu bringen (5). Amazon nutzt KI zudem für seinen neuen Dienst „Kindle Translate”, der Self-Publishern die automatische Übersetzung ihrer E-Books in andere Sprachen ermöglicht (6, 7). Speziell für Softwareentwickler wurde das KI-Tool Claude Code vorgestellt, das Aufgaben wie die Fehlersuche und das Schreiben von Tests automatisieren und so die Entwicklungsprozesse effizienter gestalten soll (8).
Die rasante Entwicklung wirft jedoch auch zunehmend gesellschaftliche und ethische Fragen auf. So sehen sich die Entwickler von OpenAI mit neuen Klagen konfrontiert, in denen behauptet wird, ChatGPT habe eine Rolle bei Suiziden und psychischen Problemen gespielt (9). Parallel dazu sorgen aufgetauchte Chat-Protokolle für Aufsehen, die auf ein mögliches Scraping von Google-Daten durch OpenAI hindeuten und Datenschutzbedenken schüren (10). In der Forschung wird derweil an Methoden gearbeitet, um KI-generierte Inhalte besser zu erkennen; eine Studie legt nahe, dass KI-Bots oft durch ihre übertrieben freundliche und unkritische Art entlarvt werden können (11). Die Debatte über den Ersatz menschlicher Arbeitskräfte durch KI wird ebenfalls lauter, wobei Branchenexperten die Vorstellung kritisieren, dass komplexe Aufgaben wie die Qualitätssicherung in der Softwareentwicklung vollständig automatisiert werden können (12).
Quellen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11 - 12
🎭 Kultur, Medien & Sonstiges
Im Bereich der Softwareentwicklung und Computerspiele gibt es bemerkenswerte Neuigkeiten für Fans von Klassikern. Ein Update für das Open-Source-Projekt OpenMW verbessert die Spielbarkeit des 23 Jahre alten Rollenspiels „Morrowind” erheblich, insbesondere auf moderner Hardware wie dem Steam Deck (1). Parallel dazu wird mit der „Myst & Riven – Complete Collection” im Humble Bundle eine weitere legendäre Spielereihe neu aufgelegt (2). Die aktuelle Spielebranche ist derweil von strategischen Entscheidungen geprägt: CD Projekt Red kommentierte die Verschiebung von „GTA 6” mit einem Verweis auf die eigenen, schwierigen Erfahrungen beim Start von „Cyberpunk 2077” und unterstützte damit Rockstars Entscheidung für mehr Entwicklungszeit (3). Diese Verschiebung könnte weitreichende Auswirkungen auf die Veröffentlichungspläne anderer Studios haben (4). Währenddessen kündigte 343 Industries an, „Halo Infinite” in einen Wartungsmodus zu überführen, um Ressourcen für zukünftige Projekte freizumachen (5), und auch der Release von „Marvel 1943: Rise of Hydra” wurde auf unbestimmte Zeit verschoben (6). Technische Herausforderungen bleiben ein präsentes Thema, so wurden etwa die Verkaufszahlen von „Borderlands 4” durch Performance-Probleme auf dem PC beeinträchtigt (7).
Abseits der Gaming-Welt gibt es Innovationen im Bereich der Heimtechnologie und Mediennutzung. Bang & Olufsen hat mit der Beosound Premiere eine neue Premium-Soundbar vorgestellt, die Technologie und Design im Hochpreissegment vereint (8). Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk strukturiert die ARD ihr Audio-Angebot neu, indem sie Hörspiele in fünf thematisch sortierten Podcast-Feeds bündelt, um die Auffindbarkeit in der ARD Audiothek zu verbessern (9).
Für Anhänger der Science-Fiction-Kultur hat Lego sein erstes „Star Trek”-Bauset angekündigt: die USS Enterprise NCC-1701-D, bestehend aus 3.600 Teilen (10). Im filmischen Bereich beleuchtet der neue Film „Nuremberg” mit Russell Crowe in der Rolle des Hermann Göring die Nürnberger Prozesse und inszeniert diese als psychologisches Duell zwischen Göring und einem Psychiater der US-Armee (11).
Quellen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11
🏛️ Politik & Gesellschaft
Die Regulierung digitaler Plattformen und der Schutz der Privatsphäre stehen im Zentrum aktueller Debatten. Während die grundsätzliche Gefahr von Desinformation und Hassrede auf sozialen Netzwerken wie X und TikTok für die Demokratie diskutiert wird (1), offenbaren die „Databroker Files” ein konkretes Sicherheitsrisiko: Datenhändler verkaufen präzise Standortdaten von EU-Bürgern, was ein erhebliches Spionagepotenzial birgt (2). Diese Entwicklung steht im Kontrast zu Plänen der EU-Kommission, die offenbar eine erhebliche Aufweichung der bestehenden Datenschutzbestimmungen anstrebt (3). Gleichzeitig wird die Verantwortung von Plattformbetreibern auch in den USA juristisch thematisiert, wo der Bundesstaat Texas eine Klage gegen Roblox eingereicht hat, mit dem Vorwurf, die Sicherheit von Kindern zu vernachlässigen (4).
In den USA sorgt der innenpolitische Kurs für Spannungen und hat weitreichende Folgen. So gibt es Auseinandersetzungen um den Einsatz der Nationalgarde in Städten, den Donald Trump seit seinem Amtsantritt vorantreibt (5). Ein Bundesgerichtsurteil hat eine solche Entsendung nach Portland jedoch als illegal eingestuft, da keine Rebellion vorliege (6). Die Auswirkungen der politischen Lage reichen bis in die Raumfahrt: Der “Government Shutdown” führt zu Einschränkungen bei kommerziellen Raketenstarts, da die Luftfahrtbehörde FAA ihre Kapazitäten drosseln muss (7).
Mit Blick auf die geopolitische Lage in Osteuropa betont die russische Aktivistin Irina Scherbakowa im Exil, dass eine positive Zukunft für Russland nur durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld im Kontext des Ukrainekriegs möglich sei (8).
Quellen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8
🏠 Smart Home, Energie & Infrastruktur
Im Smart-Home-Sektor treiben Hersteller die Etablierung des Matter-Standards voran. So plant Ikea eine Marktoffensive mit 21 neuen, kompatiblen Produkten (1). Auch spezialisierte Anbieter wie Siegenia setzen auf den Standard und haben ein Nachfolgermodell ihres smarten Fenstergriffs mit Matter-over-Thread-Unterstützung vorgestellt (2). Auf Softwareseite reagiert Philips mit einem Update für die Hue Bridge Pro, das frühere Probleme mit der Matter-Anbindung behebt (3). Abgerundet werden die Neuheiten durch Geräte wie den Amazon Echo Dot Max, der neben verbessertem Klang ebenfalls als Smart-Home-Hub fungiert und die zentrale Steuerung erleichtert (4).
Gleichzeitig schreitet die Energiewende mit wegweisenden Infrastrukturprojekten voran. In der Lausitz ist anstelle eines Braunkohlekraftwerks Europas größter Batteriespeicher geplant, der die Kapazität bestehender Großspeicher mehr als verdoppeln würde (5). Die Leistungsfähigkeit moderner Akkutechnologie zeigt sich auch in der Schifffahrt, wo eine neue Elektro-Fähre mit einem 250 Tonnen schweren Akku in Betrieb genommen wurde (6). Auf politischer Ebene hat der Bundestag grünes Licht für die unterirdische CO2-Speicherung (CCS) gegeben, eine Technologie, die in der Industrie als Chance gesehen wird, von Umweltverbänden jedoch kritisch bewertet wird (7).
Der wachsende Energiebedarf der Digitalisierung, insbesondere durch den KI-Boom, rückt ebenfalls stärker in den Fokus. Das MIT hat hierzu das „Data Center Power Forum” ins Leben gerufen, eine Initiative, die sich mit den Herausforderungen der Stromversorgung von Rechenzentren auseinandersetzt und Lösungsansätze erarbeiten soll (8).
Quellen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8
🧑💻 Softwareentwicklung & IT-Sicherheit
Die aktuelle Nachrichtenlage im Bereich IT-Sicherheit wird von mehreren schwerwiegenden Vorfällen und neuen Erkenntnissen geprägt. Besonders besorgniserregend ist die Entdeckung der kommerziellen Spyware „Landfall”, die fast ein Jahr lang eine Zero-Day-Schwachstelle ausnutzte, um Samsung-Galaxy-Geräte zu kompromittieren und umfassende Daten zu stehlen (1, 2). Auch hochkarätige Organisationen bleiben nicht verschont: Die Washington Post bestätigte einen Datendiebstahl durch die Ransomware-Gruppe Clop, die eine Schwachstelle in Oracle-Software ausnutzte (3), und das Haushaltsbüro des US-Kongresses wurde ebenfalls gehackt, mutmaßlich aufgrund einer über ein Jahr lang nicht gepatchten Firewall (4).
Auch in Entwickler-Ökosystemen und bei der allgemeinen Nutzersicherheit zeigen sich Risiken. So wurde im Marktplatz von Visual Studio Code eine, wenn auch schlecht programmierte, Ransomware entdeckt, was die Sicherheitsüberprüfung von Erweiterungen infrage stellt (5). Parallel dazu verdeutlicht eine neue Untersuchung zu den am häufigsten geleakten Passwörtern die anhaltende Problematik schwacher Anmeldedaten (6). Als Reaktion auf Bedrohungen wie Stalkerware hat die Electronic Frontier Foundation (EFF) eine Untersuchung veröffentlicht, die aufzeigt, welche Antiviren-Tools für Android den besten Schutz bieten (7).
Auf administrativer und rechtlicher Ebene gibt es ebenfalls Entwicklungen. Microsoft hat detaillierte Anleitungen für Administratoren veröffentlicht, wie sie ihre Geräte für die erweiterten Sicherheitsupdates (ESU) für Windows 10 anmelden können, um die Sicherheit älterer Systeme zu gewährleisten (8). Gleichzeitig gehen die Strafverfolgungsbehörden verstärkt gegen Cyberkriminalität vor: Das FBI versucht mittels einer Vorladung an einen Domain-Registrar, die Identität der Betreiber der umstrittenen Webseite Archive.is aufzudecken (9). In einem anderen Fall wurden Cybersecurity-Experten verhaftet, die beschuldigt werden, selbst Ransomware platziert zu haben, anstatt sie zu bekämpfen (10).
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💻 Technologie & Digitalisierung
Die Digitalisierung in Deutschland schreitet auf politischer Ebene uneinheitlich voran. Während die Modernisierung der Verwaltung, wie beim digitalen Fahrzeugschein, weiterhin als mühsam beschrieben wird (1), hat der Bundestag wesentliche Änderungen zur Vereinfachung der elektronischen Patientenakte (ePA) beschlossen (2). Gleichzeitig positioniert sich Deutschland als strategischer Technologiestandort in Europa: Ein Joint Venture für Satelliten-Breitbanddienste hat das Land als zentrale EU-Steuerzentrale für sein geplantes Netzwerk ausgewählt, das ab 2026 Internet direkt auf Smartphones bringen soll (3).
Im Bereich Software und Datenschutz gibt es wichtige Entwicklungen. IONOS und Nextcloud haben eine DSGVO-konforme, auf Open Source basierende Alternative zu Microsoft 365 vorgestellt, die in deutschen Rechenzentren gehostet wird und einen integrierten KI-Assistenten bietet (4, 5). Parallel dazu prägen Regulierungen den Markt: So erwägt Apple Berichten zufolge, als Reaktion auf den Digital Markets Act (DMA) eine WLAN-Synchronisationsfunktion zwischen iPhone und Apple Watch abzuschalten, anstatt sie für Drittanbieter zu öffnen (6). Die Herausforderungen etablierter Betriebssysteme thematisiert ein ehemaliger Microsoft-Ingenieur, der erklärt, wie er Windows verbessern würde (7). Die Bedeutung aktueller Software unterstreicht ein Fall aus Großbritannien, wo ein Ministerium trotz des ausgelaufenen Supports weiterhin auf Windows 10 setzt und damit erhebliche Sicherheitsrisiken eingeht (8).
Bei Hardware und Diensten gibt es ebenfalls interessante Neuerungen. AYANEO kündigte mit dem NEXT 2 ein Windows-Handheld an, das auf einen AMD Ryzen Prozessor mit dedizierten KI-Funktionen setzt und damit künstliche Intelligenz in mobile Geräte integriert (9). In der App-Entwicklung plant Google Maps eine neue Funktion, die Nutzern künftig schattige Routen vorschlagen kann (10). Darüber hinaus wird es 2026 eine neue Bewerbungsrunde der ICANN für eigene Top-Level-Domains geben, was strategische Möglichkeiten für Unternehmen im digitalen Raum eröffnet (11).
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🌍 Umwelt, Klima & Nachhaltigkeit
Im Bereich der Klimatechnologie gibt es vielversprechende Fortschritte. Forscher haben einen Durchbruch bei Perowskit-Solarzellen erzielt, die dank einer Teflon-Beschichtung auch nach einem Jahr unter Bestrahlung keine Leistungsverluste aufweisen und Standardmodule beim Wirkungsgrad übertreffen (1). Parallel dazu entwickelt ein Startup sogenannte „Terraforming-Roboter”, die Küstenstädte autonom anheben und so vor dem steigenden Meeresspiegel schützen sollen – eine innovative Alternative zum Bau von Deichen und Mauern (2).
Auf politischer Ebene werden neue Weichen für den Umwelt- und Klimaschutz gestellt. Die Bundesregierung plant, ab 2026 die Speicherung von CO₂ unter dem Meeresboden zu erlauben, eine technologische Maßnahme, die kontrovers diskutiert wird (3). Diese Initiative steht im Kontext globaler Forderungen, wie dem Appell von UN-Generalsekretär Guterres, keine neuen Öl-, Gas- oder Kohleprojekte mehr zu genehmigen (4). Konkreter wird es in Deutschland bei der Kreislaufwirtschaft: Ein neues Gesetz vereinfacht die Rückgabe von Elektroschrott und E-Zigaretten, um das Recycling zu fördern und Ressourcen zu schonen (5).
Die internationale Klimapolitik befasst sich weiterhin mit der Finanzierung von Schutzmaßnahmen und der Bewältigung historischer Umweltschäden. Während Brasilien einen neuen Fonds zum Schutz von Urwäldern initiiert und Norwegen erhebliche Summen zusagt, zögert Deutschland mit konkreten finanziellen Verpflichtungen (6). Gleichzeitig erinnert der 30. Jahrestag der Hinrichtung des Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa an das ungelöste Problem der Ölverschmutzung im Nigerdelta und die damit verbundenen langanhaltenden geopolitischen und sozialen Konflikte (7).
Quellen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7
🪖 Verteidigung, Sicherheit & Geopolitik
Die moderne Kriegsführung wird zunehmend durch den Einsatz unbemannter Systeme und technologischer Aufrüstung geprägt. So plant die US-Armee im Rahmen des Programms „SkyFoundry” die Beschaffung von einer Million Drohnen in den nächsten Jahren, um durch Partnerschaften mit der Privatindustrie die Produktion zu beschleunigen (8). Die wachsende Bedrohung durch Drohnen beschäftigt auch Europa: Die deutsche Luftwaffe hat Experten nach Belgien entsandt, um bei der Abwehr nicht identifizierter unbemannter Flugobjekte zu helfen (10). Erfahrungen aus der Ukraine verdeutlichen die Dynamik dieses technologischen Wettlaufs, bei dem FPV-Drohnenpiloten in einem ständigen Katz-und-Maus-Spiel gegen elektronische Störmaßnahmen kämpfen und neue Taktiken wie den Einsatz von Drohnen-Mutterschiffen entwickeln (13).
Parallel dazu schreitet die geopolitische und strategische Aufrüstung voran. China hat mit der Indienststellung seines dritten, vollständig im eigenen Land gefertigten Flugzeugträgers seine maritime Machtprojektion erheblich ausgebaut (12). In Deutschland erweitert der Rüstungskonzern Rheinmetall sein Geschäftsfeld in den Weltraum und wird künftig in Kooperation mit Iceye militärische Satelliten anbieten (7). Gleichzeitig werden strategische Partnerschaften vertieft, wie die engere militärische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit zeigt (5). Um Innovationen zu beschleunigen, plant das US-Verteidigungsministerium eine umfassende Reform seiner Beschaffungsprozesse (9), während die Debatten um das europäische Kampfflugzeugsystem FCAS andauern (14).
Im Ukraine-Krieg setzt Russland weiterhin auf eine Kombination aus konventionellen und hybriden Taktiken. Eine Studie warnt vor einem von Moskau aufgebauten Agentennetzwerk in Europa, das auf Sabotageakte abzielt (6). An der Front bleibt die Lage angespannt, insbesondere um die strategisch wichtige Stadt Pokrowsk im Donbass, deren möglicher Fall den Kriegsverlauf maßgeblich beeinflussen könnte (2). Die ukrainische Regierung wirft Russland zudem vor, Hunderte Kämpfer aus Afrika zu rekrutieren, die teils unter falschen Vorwänden an die Front geschickt werden (1).
Die langfristigen Folgen vergangener Konflikte und aktuelle diplomatische Weichenstellungen runden das Bild ab. Ein Bericht über den Kosovo-Krieg macht auf das vergessene Erbe von NATO-Uranmunition aufmerksam, die bis heute den Boden kontaminiert (3). Auf der politischen Bühne hat der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Syriens Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa aufgehoben, ein Schritt, dem China seine Zustimmung verweigerte (4).
Quellen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11 - 12 - 13
💶 Wirtschaft & Innovation
Der Trend zur Elektromobilität in Deutschland setzt sich fort. Im Oktober stiegen die Neuzulassungen von Pkw leicht an, wobei Elektroautos einen besonders starken Zuwachs verzeichneten (1). An der Spitze des Marktes gab es eine bemerkenswerte Verschiebung: Erstmals wurde der Skoda Elroq zum beliebtesten Elektroauto in Deutschland, womit die Volkswagen-Gruppe die ersten fünf Plätze der Zulassungsstatistik dominierte (2). Während der europäische Markt wächst, kämpfen Hersteller in den USA mit Produktionsschwierigkeiten. So hat Ford die Fertigung seines elektrischen Pick-ups F-150 Lightning gestoppt und kann derzeit keinen genauen Termin für die Wiederaufnahme nennen (3).
Im Bereich der digitalen Wirtschaft gibt es ebenfalls wichtige Entwicklungen. Die europäische PayPal-Alternative Wero hat einen wichtigen Meilenstein erreicht und wird nun vom ersten Onlineshop integriert, wenn auch zunächst nur für einen begrenzten Kundenkreis (4). Auch die großen Tech-Konzerne expandieren weiter: Amazon startet mit „Bazaar” eine neue, eigenständige Shopping-App für preisbewusste Kunden in Asien, Afrika und Lateinamerika (5). Gleichzeitig konnte Google mit seiner Pixel-Sparte im September einen neuen Verkaufsrekord in den USA aufstellen und seine Marktanteile im Smartphone-Segment weiter ausbauen (6).
Abseits der Technologiemärkte verdeutlichen geopolitische Ereignisse die Fragilität globaler Wirtschaftsbeziehungen. Politische Unruhen in Tansania beeinträchtigen derzeit wichtige Handelswege in Südostafrika. Da die Häfen des Landes als zentrale Umschlagplätze für die gesamte Region dienen, hat die Instabilität direkte negative Auswirkungen auf die Wirtschaft mehrerer Nachbarländer (7).
Quellen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7
🔬 Wissenschaft & Forschung
Im Bereich der Raumfahrt und Astrophysik gibt es bedeutende Entwicklungen. Während Kanada in eigene Startkapazitäten investiert und Indien seine Raketentechnologie demonstriert, was geopolitische Verschiebungen andeutet (1), blicken Astronomen tief ins All. Forscher am CERN haben kosmische „Feuerbälle” erzeugt, um die Jets supermassereicher Schwarzer Löcher zu simulieren und so Hinweise auf verborgene magnetische Felder im frühen Universum zu finden (2). Parallel dazu wurde die Beobachtung einer extrem hellen Eruption vermeldet, bei der ein Schwarzes Loch einen riesigen Stern verschlingt – ein Ereignis, das die Leuchtkraft von 10 Billionen Sonnen übertrifft (3). Amateurastronomen können zudem die Flugbahn des interstellaren Kometen 3I/Atlas weiterverfolgen (4).
Die medizinische Forschung meldet ebenfalls wichtige Durchbrüche mit transformativem Potenzial. Ein an der Stanford University entwickelter Ansatz macht Stammzellentransplantationen durch den Einsatz gezielter Antikörper anstelle von Chemotherapie deutlich sicherer (5). Parallel dazu eröffnen neue Erkenntnisse über zelluläre Reinigungsmechanismen die Möglichkeit, den Alterungsprozess umzukehren (6). Weitere Innovationen umfassen die Entwicklung eines Gels zur Regeneration von Zahnschmelz (7) sowie neue Ansätze zur Diabetes-Behandlung, zur Vorhersage des Wachstums von Darmkrebs und zur Beschleunigung der Hautheilung (8, 9, 10). Im Kontrast zu diesen fundamentalen Forschungen steht die kommerzielle Anwendung des Klonens, das mittlerweile über prominente Haustiere hinaus an Popularität gewinnt (11).
An der Schnittstelle von Technologie, Umwelt und Sicherheit wird nach 40 Jahren das erste neue Unterwasser-Habitat für die Meeresforschung in Betrieb genommen, das innovative Möglichkeiten für die Wissenschaft eröffnet (12, 13). Im Bereich der Forensik gelang ein Durchbruch, der es erstmals ermöglicht, Fingerabdrücke von Patronenhülsen zu sichern, was als Meilenstein für die Kriminaltechnik gilt (14). Gleichzeitig warnen Studien vor den langfristigen Folgen von Umweltbelastungen: So wurde nachgewiesen, dass die pränatale Exposition gegenüber einem gängigen Pestizid zu versteckten Hirnschäden bei Kindern führen kann (15).
Die Integrität der Wissenschaft selbst rückt in den Fokus, da eine internationale Gruppe von Forschern mit der „Stockholm-Deklaration” ein entschlossenes Vorgehen gegen organisierten Wissenschaftsbetrug fordert (16). Solche Grundlagen der Forschung sind entscheidend für Fortschritte wie den experimentellen Einsatz eines einzelnen Moleküls als Miniatur-Teilchenbeschleuniger, der die physikalische Forschung revolutionieren könnte (17). In diesem Kontext wurde auch der Tod von James Watson bekannt, einem der Entdecker der DNA-Doppelhelix, dessen wissenschaftliches Vermächtnis durch spätere kontroverse Äußerungen überschattet wurde (18).